Im Gedränge des Weihnachtsmarktes
suchst du meine Nähe und hakst dich bei mir unter, damit wir nicht
in der Menschenmenge getrennt werden. Es ist kalt, doch wir sind warm
angezogen und die Buden um uns herum verströmen zusätzliche Hitze,
die von den Fritteusen, Töpfen und Grills aufsteigt. Wir wandern
ziellos, denn wir nehmen keine der Attraktionen und fettigen
Nahrungsmittel so richtig wahr. Wir sind mitten im Spiel.
Als ich dir vorher, zuhause, geholfen
habe, das Spielzeug anzulegen, hast du leicht gezittert. Du wolltest
es, der Gedanke reizte dich schon lange, doch die Umsetzung in die
Realität erfüllte dich mit ein wenig Furcht. Und Vorfreude, wie ich
feststellte, als ich unser kleines Geheimnis am richtigen Punkt
positionierte. Du konntest ein leises Seufzen nicht unterdrücken,
als du meine Finger dort an deiner intimsten Stelle fühltest.
Jetzt drehe ich die kleine
Fernbedienung, die in meiner Manteltasche verborgen ist, in meiner
Hand. Ich ertaste die Schalter, die für verschiedene Stufen stehen,
per Funk soll jeder Tastendruck in deinen Schoß übertragen und in
Vibrationen umgesetzt werden. Ich zögere kurz, nehme die
Öffentlichkeit um uns herum nun deutlich wahr, werfe dir einen
verstohlenen Seitenblick zu, als wollte ich sicher gehen. Dann finden
meine Finger den Knopf für Stufe eins.
Unsere Blicke treffen sich, ich kann
sehen, wie du leicht zusammenzuckst, als das Spielzeug zu vibrieren
beginnt. Dein Mund öffnet sich leicht, ich sehe deinen Atem, der in
einem Stoß entweicht und weiß, dass es dir gefällt. Niemand hat es
bemerkt, wir gehen völlig in der Masse unter, die sich um uns herum
mit Glühwein und fettigen Süßigkeiten lautstark amüsiert.
Ich stelle eine etwas höhere Stufe ein
und spüre, wie du an meinem Arm kurz aus dem Schritt gerätst und
etwas zusammensackst. Du schließt kurz deine Augen und presst deine
Lippen zusammen um eine allzu deutliche Reaktion zu unterdrücken,
bevor du zögernd weiter gehst. Ein junger Mann drängt sich an uns
vorbei und wirft uns einen missbilligenden Blick zu, weil wir so
abrupt vor ihm stehen geblieben sind. Wenn der wüsste...
Ich führe dich weiter an den bunten
Lichtern und der plärrenden Musik vorbei, beides verschwimmt für
uns nun zu Hintergrundrauschen. Auch die vielen Menschen um uns herum
verlieren langsam ihre Relevanz, während du langsam und mit
wackeligen Knien weiter gehst. Ich sehe deine geröteten Wangen und
weiß, dass dies nicht an der Kälte liegt...
Ein Knopfdruck erhöht die Intensität.
Diesmal kannst du ein keuchendes Stöhnen nicht unterdrücken, du
bleibst stehen, beugst dich etwas vor, kannst dem nicht entkommen.
Ich lächle ein wenig, ich liebe es dich so zu sehen, wie du um Atem
und Selbstbeherrschung ringst. Bevor du dich noch ganz fangen kannst,
ziehe ich dich weiter durch die Innenstadt, tue so, als wäre
überhaupt nichts. Unsicher folgst du mir, musst jedoch immer wieder
stehenbleiben, hältst dich an den weihnachtlichen Buden fest.
Ich kann sehen, dass du es kaum noch
aushältst, dass es dir immer schwerer fällt ruhig zu sein und dich
zusammenzureißen. Ich führe dich an deinem Arm ein wenig aus der
Menge heraus, an den Rand des Geschehens. Ich drücke dich mit dem
Rücken gegen eine Hauswand, stelle mich direkt vor dich, ganz nah,
so dass niemand außer mir dein Gesicht sehen kann. Unsere
Nasenspitzen berühren sich beinahe, als ich unser kleines Spielzeug
auf die höchste Stufe drehe. Dein Gesicht verzerrt sich vor Erregung
und mühsamer Beherrschung, ich halte dich, so dass du nicht an der
Wand herabrutschst. Flehend, schwer atmend, blickst du mich an, ich
lächle.
Augenblicke später ist es soweit, dein
Höhepunkt überkommt dich, ich sehe, höre, spüre, wie dein Atem
stoßweise geht, deine Hand verkrampft sich um meinen Arm, ich
beobachte trotz der dicken Winterkleidung das Zittern und Zucken
deines Körpers. Minutenlang bleiben wir so stehen. Niemand hat etwas
bemerkt, alle sind zu beschäftigt. Die Kälte des Abends kann uns
nichts anhaben, so erhitzt wie wir sind. Du lächelst mich an,
bedankst dich mit einem Blick. Wir lösen uns von der Wand, mischen
uns wieder unter die Menschen.
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