Dienstag, 2. Dezember 2014

Weihnachtsmarktbummel

Im Gedränge des Weihnachtsmarktes suchst du meine Nähe und hakst dich bei mir unter, damit wir nicht in der Menschenmenge getrennt werden. Es ist kalt, doch wir sind warm angezogen und die Buden um uns herum verströmen zusätzliche Hitze, die von den Fritteusen, Töpfen und Grills aufsteigt. Wir wandern ziellos, denn wir nehmen keine der Attraktionen und fettigen Nahrungsmittel so richtig wahr. Wir sind mitten im Spiel.

Als ich dir vorher, zuhause, geholfen habe, das Spielzeug anzulegen, hast du leicht gezittert. Du wolltest es, der Gedanke reizte dich schon lange, doch die Umsetzung in die Realität erfüllte dich mit ein wenig Furcht. Und Vorfreude, wie ich feststellte, als ich unser kleines Geheimnis am richtigen Punkt positionierte. Du konntest ein leises Seufzen nicht unterdrücken, als du meine Finger dort an deiner intimsten Stelle fühltest.

Jetzt drehe ich die kleine Fernbedienung, die in meiner Manteltasche verborgen ist, in meiner Hand. Ich ertaste die Schalter, die für verschiedene Stufen stehen, per Funk soll jeder Tastendruck in deinen Schoß übertragen und in Vibrationen umgesetzt werden. Ich zögere kurz, nehme die Öffentlichkeit um uns herum nun deutlich wahr, werfe dir einen verstohlenen Seitenblick zu, als wollte ich sicher gehen. Dann finden meine Finger den Knopf für Stufe eins.

Unsere Blicke treffen sich, ich kann sehen, wie du leicht zusammenzuckst, als das Spielzeug zu vibrieren beginnt. Dein Mund öffnet sich leicht, ich sehe deinen Atem, der in einem Stoß entweicht und weiß, dass es dir gefällt. Niemand hat es bemerkt, wir gehen völlig in der Masse unter, die sich um uns herum mit Glühwein und fettigen Süßigkeiten lautstark amüsiert.

Ich stelle eine etwas höhere Stufe ein und spüre, wie du an meinem Arm kurz aus dem Schritt gerätst und etwas zusammensackst. Du schließt kurz deine Augen und presst deine Lippen zusammen um eine allzu deutliche Reaktion zu unterdrücken, bevor du zögernd weiter gehst. Ein junger Mann drängt sich an uns vorbei und wirft uns einen missbilligenden Blick zu, weil wir so abrupt vor ihm stehen geblieben sind. Wenn der wüsste...

Ich führe dich weiter an den bunten Lichtern und der plärrenden Musik vorbei, beides verschwimmt für uns nun zu Hintergrundrauschen. Auch die vielen Menschen um uns herum verlieren langsam ihre Relevanz, während du langsam und mit wackeligen Knien weiter gehst. Ich sehe deine geröteten Wangen und weiß, dass dies nicht an der Kälte liegt...

Ein Knopfdruck erhöht die Intensität. Diesmal kannst du ein keuchendes Stöhnen nicht unterdrücken, du bleibst stehen, beugst dich etwas vor, kannst dem nicht entkommen. Ich lächle ein wenig, ich liebe es dich so zu sehen, wie du um Atem und Selbstbeherrschung ringst. Bevor du dich noch ganz fangen kannst, ziehe ich dich weiter durch die Innenstadt, tue so, als wäre überhaupt nichts. Unsicher folgst du mir, musst jedoch immer wieder stehenbleiben, hältst dich an den weihnachtlichen Buden fest.

Ich kann sehen, dass du es kaum noch aushältst, dass es dir immer schwerer fällt ruhig zu sein und dich zusammenzureißen. Ich führe dich an deinem Arm ein wenig aus der Menge heraus, an den Rand des Geschehens. Ich drücke dich mit dem Rücken gegen eine Hauswand, stelle mich direkt vor dich, ganz nah, so dass niemand außer mir dein Gesicht sehen kann. Unsere Nasenspitzen berühren sich beinahe, als ich unser kleines Spielzeug auf die höchste Stufe drehe. Dein Gesicht verzerrt sich vor Erregung und mühsamer Beherrschung, ich halte dich, so dass du nicht an der Wand herabrutschst. Flehend, schwer atmend, blickst du mich an, ich lächle.

Augenblicke später ist es soweit, dein Höhepunkt überkommt dich, ich sehe, höre, spüre, wie dein Atem stoßweise geht, deine Hand verkrampft sich um meinen Arm, ich beobachte trotz der dicken Winterkleidung das Zittern und Zucken deines Körpers. Minutenlang bleiben wir so stehen. Niemand hat etwas bemerkt, alle sind zu beschäftigt. Die Kälte des Abends kann uns nichts anhaben, so erhitzt wie wir sind. Du lächelst mich an, bedankst dich mit einem Blick. Wir lösen uns von der Wand, mischen uns wieder unter die Menschen.

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