Kennt man das? Man ist irgendwie in
angeregter Stimmung und will Fantasien und Träume ausleben oder sich
ihnen zumindest geistig hingeben, doch entweder sind es zu viele auf
einmal um sich auf etwas zu einigen oder es gibt unbekannte andere
Gründe, die verhindern, dass man sich fallen lassen kann. Ist es der
Alltagsstress, der die Stimmung unterdrückt? Sind es
unausgesprochene Konflikte mit anderen Menschen, die sich immer
wieder in den Vordergrund des Bewusstseins drängen? Ist es die
Überreizung durch allerlei Eindrücke von außen, die die Gedanken
abstumpfen oder davon schwemmen? Ist es wirklich schon so weit
gekommen, dass eine Liste der unanständigen Fantasien angelegt
werden muss, als ob man die Einkaufsliste für den wöchentlichen
Lebensmittelkauf plant?
Nun ja, was für Nudeln, Milch und Brot
funktioniert, kann für andere körperliche Bedürfnisse ja nicht
schaden. Also versuchen wir uns doch einfach mal daran.
Hm, nach zwanzig Minuten intensiven
Starrens auf Bildschirm und Tastatur steht fest, dass es offenbar
sogar schwer ist, mit sich selbst über seine unanständigen
Fantasien und Wünsche zu konferieren. Soviel dann zur Offenheit und
Lockerheit heutiger Menschen... Ein weiterer Ruck ist wohl notwendig
um vorsichtig mit der Liste zu beginnen.
Ein großes Spiel in einer Gruppe.
Eine ganze Wohnung wird zur Spielwiese.
Menschen vergnügen sich auf verschiedene Arten miteinander,
aneinander, durcheinander. Wechselnde Partner, fehlende
Berührungsängste, eine Situation, in der jeder und jede die Wünsche
ausleben kann, die man nicht zu offenbaren wagte. Die Menschen der
Antike mögen erblassen angesichts dieser Orgie.
Eine Frau, viele Männer.
Was wären wir im 21. Jahrhundert ohne
unsere Pornos? Geradezu klassisch in diesem Genre sind Szenen, in
denen eine Frau von einer Gruppe von Männern benutzt (ein anderes
Wort passt gar nicht) wird. Auch dies steht in gewisser Weise auf der
Liste, erleben, wie eine Frau nacheinander von mehreren Männern oder
auch gleichzeitig von mehreren Männern beglückt wird. Sehen, wie es
ihr gefällt und wie sie es genießt im Mittelpunkt zu stehen.
Ein Mann, viele Männer.
Tja... auch diese Szene ist klassisch,
wenn auch die (Porno-)zielgruppe eine andere ist. Doch auf gewisse
Weise ist dieser Gedanke unter den gleichgeschlechtlichen Fantasien
einer der erregendsten: Wie in der Situation davor erfreuen sich
mehrere Männer an einer Person, nur ist es in diesem Fall der Autor
dieser Zeilen, der im Mittelpunkt steht. Oder liegt. Je nachdem.
Dieses Gedankenspiel hat oft sehr raue Züge, wer hätte das gedacht?
Keine Meile ohne Seile
Die Fesselung der Partnerin hat etwas
überaus spannendes an sich. Sie fühlt sich der Situation
ausgeliefert, was sehr erregend sein kann, für den Fesselnden
bedeutet es sowohl Verantwortung als auch die Möglichkeit der
Kreativität freien Lauf zu lassen. Ein gut gebundenes und fixiertes
Weibchen, die Möglichkeit für ein ausgiebiges Spiel sowohl mit
körperlichen Mitteln als auch mit Spielzeugen, jene Vorstellung hat
sich ihren Platz auf der Liste redlich verdient.
Der Kampf um die Krone
Das Spiel um die Unterwerfung hat viele
Facetten. Die Auseinandersetzung, das Gerangel um die Oberhand, auch
wenn der Sieger vielleicht schon feststeht, welch aufregender
Einstieg. Ein einvernehmlicher Konflikt zwischen zwei Menschen, bei
dem der Verlierer am Ende im wahrsten Sinne gefickt ist... muss man
mehr sagen?
Die Gefahr erwischt zu werden.
Wieder eine sehr klassische Fantasie,
Zweckentfremdung öffentlicher Orte. Parks, Schwimmbäder,
Umkleidekabinen oder auch die „gefährlicheren“ Situationen am
Strand, im Zug oder gar in der Kirche... der Fantasie sind kaum
Grenzen gesetzt. Als Variante steht hier das Spiel in der
Öffentlichkeit, das mit der Hilfe von Spielzeugen, verstohlenen
Berührungen und Worten verborgen abläuft. Eine gewisse
Selbstbeherrschung ist vonnöten und schon wieder schleichen sich
Dominanzgedanken ein...
Welcher Mann träumt nicht davon?
Zwei attraktive Frauen, die sich
miteinander beschäftigen – eine wahre Traumvorstellung. In diesem
speziellen Traum sind es auch ganz spezielle Frauen, aber solche
Details müssen wahrlich nicht vertieft werden. Hierbei muss man als
Mann nicht einmal selbst aktiv ins Geschehen einsteigen, allein dabei
zu sein und es mitzuerleben reicht vollkommen aus, zumindest im Kopf
des bescheidenen Autors dieser Zeilen.
Der ganze Rest
All jene Sachen, die eben nicht im
normalen Liebesspiel enthalten sind und daher Beachtung finden.
Spezielle Spielzeuge, die getestet werden. Spezielle Techniken, die
getestet oder ausgebaut werden. Situationen, bestimmte Personen,
Spiele... und immer wieder so viele Gedanken an BDSM-Aktivitäten in
verschiedenen Ausprägungen.
Diese Liste kann nur ein Ausschnitt
sein, zu oft wechseln die Bilder, zu häufig laufen andere Filme im
Kopfkino. All die kleinen, spannenden, erregenden Dinge finden hier
gar keinen Platz, das würde den Rahmen sprengen.
Zudem sollte man diese Liste nicht mit
einer Ansammlung von „zu erledigenden“ Dingen verwechseln.
Manches ist nur ein Produkt der Fantasie (und wird es vielleicht auch
bleiben), doch genug beruht auf gesammelten Erfahrungswerten. Es geht
bei dem Thema nicht ums „Abarbeiten“ von Wünschen, es geht darum
Spaß zu haben und zu lernen und um die Kombination aus beidem –
Lernen, was Spaß macht.
Und, auch wenn wir Menschen es gerne
kompliziert angehen und uns Freude und Befriedigung aufgrund
seltsamer Ideen oder Meinungen verwehren, wollen wir das nicht
eigentlich alle... Spaß haben?
Welche Fantasie beschäftigt dich? Was
würde dir Spaß machen?
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