Donnerstag, 12. November 2015

Spielereien

Ich zittere leicht, als ich höre, wie du hinter mir den Raum betrittst. Ein kühler Lufthauch begleitet dich, streicht über meinen nackten Körper, beschert mir eine Gänsehaut. Ich stehe mit dem Rücken zu dir, wie du es mir gesagt hast. Meine Hände sind hinter mir verschränkt, auch hier handelte ich nach deinem Geheiß. Selbst wenn ich mich umgedreht hätte, könnte ich dir doch nicht in die Augen schauen, das schwarze Tuch nimmt mir die Sicht. Alles, wie du es wolltest. „Geh ins Schlafzimmer“, sagtest du, „zieh dich aus, leg die Augenbinde an, Hände auf den Rücken und warte auf mich.“ Ich habe gewartet, die wenigen Minuten kamen mir wie eine Ewigkeit vor.
Ich höre deine leisen Schritte. Du gehst um mich herum, ich kann deinen abschätzenden Blick fast spüren. Natürlich siehst du, wie erregt ich bin. Du bewegst dich wieder hinter mich, ich sehe deine Bewegungen vor meinem geistigen Auge. Allein diese anmutigen, leichten Schritte, die ich nur hören, erahnen kann, bringen mich schon beinahe um den Verstand. Das tun sie jedes Mal, wenn ich dich sehe, beobachte, anschmachte.
Metall klirrt hinter mir, ich zucke zusammen, als ich deine sanfte kleine Hand an meiner spüre. Ich sage nicht, atme jedoch etwas schneller, während du mir Fesseln anlegst, Ledermanschetten um meine Handgelenke, die mit kurzen Ketten verbunden werden. Prüfend bewege ich meine Arme, komme aber nicht weit. Blind und in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt erwarte ich, was nun kommen mag.
Wieder deine Hand, diesmal auf meiner Brust. Du stehst noch immer hinter mir, umarmst mich fast, während du über meinen Oberkörper streichst. Ich kann mir ein leises Keuchen nicht verkneifen, denn dein Griff wandert tiefer und tiefer, sanft, doch bestimmt, mit mir spielend, umfassend. Mein Atem wird noch schwerer, als du beginnst deine Hand langsam zu bewegen, meine Erregung noch zu steigern. Ich schließe unter meiner Maske die Augen, genieße deine Berührung, gebe mich ihr hin. Dabei vergesse ich, dass du noch eine zweite Hand hast.
Du erinnerst mich daran mit einem klatschenden Schlag auf mein nacktes Hinterteil. Ich schreie einmal auf, weniger vor Schmerz, denn dieser hält sich in Grenzen und ist nichts im Vergleich zu dem, was du in dieser Nacht noch mit mir vorhast, als vor Überraschung. Instinktiv zucke ich zurück, dein Griff wird fester, schmerzhafter, ich verziehe das Gesicht.
Dein Mund ist nahe an meinem Ohr, ich spüre deinen Atem an meinem Hals. Du flüsterst: „Jetzt werden wir ein wenig Spaß haben.“ Ich kann das Lächeln in deiner Stimme hören und noch etwas anderes – Kälte. Du greifst meinen Nacken und drückst mich nach vorn; ich kann mich nicht abstützen, da meine Hände gefesselt sind, somit lande ich mit dem Oberkörper auf dem Bett, knie am Boden. Die nächsten Stunden werden etwas besonderes sein und sehr intensiv. Ich kann mein Lächeln nicht verbergen.

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