Ich zittere leicht, als ich höre, wie
du hinter mir den Raum betrittst. Ein kühler Lufthauch begleitet
dich, streicht über meinen nackten Körper, beschert mir eine
Gänsehaut. Ich stehe mit dem Rücken zu dir, wie du es mir gesagt
hast. Meine Hände sind hinter mir verschränkt, auch hier handelte
ich nach deinem Geheiß. Selbst wenn ich mich umgedreht hätte,
könnte ich dir doch nicht in die Augen schauen, das schwarze Tuch
nimmt mir die Sicht. Alles, wie du es wolltest. „Geh ins
Schlafzimmer“, sagtest du, „zieh dich aus, leg die Augenbinde an,
Hände auf den Rücken und warte auf mich.“ Ich habe gewartet, die
wenigen Minuten kamen mir wie eine Ewigkeit vor.
Ich höre deine leisen Schritte. Du
gehst um mich herum, ich kann deinen abschätzenden Blick fast
spüren. Natürlich siehst du, wie erregt ich bin. Du bewegst dich
wieder hinter mich, ich sehe deine Bewegungen vor meinem geistigen
Auge. Allein diese anmutigen, leichten Schritte, die ich nur hören,
erahnen kann, bringen mich schon beinahe um den Verstand. Das tun sie
jedes Mal, wenn ich dich sehe, beobachte, anschmachte.
Metall klirrt hinter mir, ich zucke
zusammen, als ich deine sanfte kleine Hand an meiner spüre. Ich sage
nicht, atme jedoch etwas schneller, während du mir Fesseln anlegst,
Ledermanschetten um meine Handgelenke, die mit kurzen Ketten
verbunden werden. Prüfend bewege ich meine Arme, komme aber nicht
weit. Blind und in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt erwarte
ich, was nun kommen mag.
Wieder deine Hand, diesmal auf meiner
Brust. Du stehst noch immer hinter mir, umarmst mich fast, während
du über meinen Oberkörper streichst. Ich kann mir ein leises
Keuchen nicht verkneifen, denn dein Griff wandert tiefer und tiefer,
sanft, doch bestimmt, mit mir spielend, umfassend. Mein Atem wird
noch schwerer, als du beginnst deine Hand langsam zu bewegen, meine
Erregung noch zu steigern. Ich schließe unter meiner Maske die
Augen, genieße deine Berührung, gebe mich ihr hin. Dabei vergesse
ich, dass du noch eine zweite Hand hast.
Du erinnerst mich daran mit einem
klatschenden Schlag auf mein nacktes Hinterteil. Ich schreie einmal
auf, weniger vor Schmerz, denn dieser hält sich in Grenzen und ist
nichts im Vergleich zu dem, was du in dieser Nacht noch mit mir
vorhast, als vor Überraschung. Instinktiv zucke ich zurück, dein
Griff wird fester, schmerzhafter, ich verziehe das Gesicht.
Dein Mund ist nahe an meinem Ohr, ich
spüre deinen Atem an meinem Hals. Du flüsterst: „Jetzt werden wir
ein wenig Spaß haben.“ Ich kann das Lächeln in deiner Stimme
hören und noch etwas anderes – Kälte. Du greifst meinen Nacken
und drückst mich nach vorn; ich kann mich nicht abstützen, da meine
Hände gefesselt sind, somit lande ich mit dem Oberkörper auf dem
Bett, knie am Boden. Die nächsten Stunden werden etwas besonderes
sein und sehr intensiv. Ich kann mein Lächeln nicht verbergen.